Schalthaus

Einen Kulturraum zu schaffen, der Lebensraum ist und gleichsam Lernort, das ist Ziel und Aufgabe des „Schalthaus Bergmannsglück“. Das ehemalige Schalthaus der Zeche Bergmannsglück, das früher das Bergwerk mit Strom versorgte, wird im Zuge des Strukturwandels zum sozio-kulturellen Motor im Stadtnorden, im nördlichen Ruhrgebiet.
Dies gliedert sich auf in zwei wesentliche Bereiche, die eng miteinander verknüpft werden. Da ist zum einen der multifunktionale Kulturraum. Hier finden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst aus dem In- und Ausland statt, aber auch Lesungen und Konzerte. Zum anderen wird über zahlreiche pädagogische Angebote Kultur erlebbar gemacht. Das Schalthaus Bergmannsglück wird zum Lernort, der die Chance bietet, die eigenen Talente zu entdecken und mit ihnen zu arbeiten.

Das bestehende, durch das Alfred-Schmidt-Haus entwickelte und betreute „Bergmannsglücker Bildungsprojekt“ geht voll im Schalthaus Bergmannsglück auf. Das Projekt beinhaltet eine ungewöhnliche Partnerschaft zwischen Kulturhaus und Bildungseinrichtung, in diesem Fall der Förderschule an der Bergmannsglückstraße. Über verschiedene kostenfreie kulturelle Projekte in der Schule und im Schalthaus erleben die Kinder und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf ein Angebot, das über den klassischen Lehrstoff hinausgeht. Die Schüler lernen Neues kennen und damit auch sich selbst auf neue Weise, sie entdecken ungeahnte Talente und erleben – nicht selten erstmals – Erfolge, ernten für Geleistetes Applaus.

Spezielle Kreativangebote für alle Jugendlichen nehmen das Potenzial junger Menschen auf und zeigen Wege, dieses umzusetzen in Malerei oder skulpturelles Arbeiten. Theaterprojekte für Jugendliche bieten die Möglichkeit, sich selbst zu erfahren, in andere Rollen zu schlüpfen und das Erlernte auf die Bühne zu bringen – für die Entwicklung von Identität und Selbstbewusstsein von unschätzbarem Wert. In Tanzworkshops für junge Menschen wird mit der Bewegungslust gearbeitet, Formen und Techniken des wortlosen Ausdrucks werden aufgezeigt und Koordination und Körpergefühl geschult.
Ähnliche Angebote werden auch für Erwachsene geschaffen. Ebenso für Senioren werden Theaterprojekte und Tanzprojekte sowie musikalische Angebote vorhanden sein. Der Übergang in die Pensionierung markiert heute den Beginn eines neuen Lebens. Unbändig ist oft die Lust, Neues zu erfahren. Genau die richtige Lebensphase, um Kultur zu erleben und zu gestalten.

Die Ergebnisse aller Angebote werden der Öffentlichkeit zugeführt, sei es in Einzelveranstaltungen oder gemeinsamen. Hierfür wird das bereits etablierte Konzept der „Kulturnacht“ beibehalten. Traditionell finden diese bei kostenlosem Eintritt statt, um nicht in die Besuchergruppe selektiv einzuwirken.
Gleiches gilt auch für den gesamten Bereich der sozio-kulturellen Angebote. Sie alle erfordern Neugier, Interesse und Leidenschaft, jedoch kein Geld.

Das Schalthaus Bergmannsglück wendet sich an alle Menschen. Hier werden Grenzen überwunden, zählt nur die Begegnung, das Miteinander. Daher werden besonders alle Inklusionsansätze gelebt und darüber hinaus eigene entwickelt. Im Mittelpunkt steht der Mensch, nicht eines seiner Attribute, egal ob reich oder arm, schwarz oder weiß, privilegiert oder nicht, homosexuell oder heterosexuell, gehandicapt oder nicht. Bindeglied und Kern des Ganzen ist die Kultur.

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